|
Die materialistische Geschichtsauffassung, die von Marx und Engels begründet wurde, macht - anders als die bürgerliche Geschichtsschreibung - nicht länger die ideellen Motive der Menschen und eher zufällige Bestrebungen sogenannter großer Männer zur Grundlage von Analyse, Interpretation und Darstellung des Geschichtsprozesses. Sie hat vielmehr das vertiefte Verständnis der geschichtlichen Entwicklung in ihrer Gesetzmäßigkeit und in ihrem engen Zusammenhang mit den ökonomischen Haupttriebkräften und Bewegungsgesetzen der jeweils herrschenden Produktionsweise zum Ziel.
Statt weiterer theoretischer Erläuterungen werden im folgenden zwei Beispiele der materialistischen Geschichtsinterpretation und -darstellung aus jüngerer Zeit vorgestellt. Gegen Ende des zweiten Beitrags wird ein im 19. Jahrhundert noch nicht mögliches, unter Einbeziehung moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse weiter entwickeltes Verständnis der geschichtlichen Entwicklungsprozesse deutlich. Zitat: “Die Geschichte ist gewissermaßen ein dynamisches nicht-lineares Sytem, ein völlig determiniertes System, in welchem gleichwohl, sobald sie in den Bereich eines instabilen Intervalls überwechselt, der Flügelschlag eines Schmetterlings ihren Lauf beeinflussen kann” - “die Performance der geschichtlichen Akteure” enorme Bedeutung gewinnen kann.
|